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Kontaktlinsen-Lexikon

Kontaktlinsenwerte

Brillenwerte sind nicht gleich Kontaktlinsenwerte

Da Kontaktlinsen direkt auf der Hornhaut des Auges sitzen, die Brille aber immer einen gewissen Abstand zu den Augen hat, unterscheiden sich die Brillenwerte i.d.R. von den Werten für Kontaktlinsen. Die Abweichung ist umso größer, je höher die benötigte Korrektionsstärke ist.

Außerdem werden bei Kontaktlinsen im Vergleich zur Brille noch zusätzliche Werte benötigt. So sind die Größe des Auges und die Form der Hornhaut ebenfalls für die Anpassung von Kontaktlinsen entscheidend - sie bestimmen die benötigte Krümmung und den Durchmesser der Kontaktlinsen. Zusätzlich spielt auch der Tränenfilm für die Auswahl der richtigen Kontaktlinsen eine wichtige Rolle, da er unter anderem für die Sauerstoffversorgung und die optimalen Tragezeiten bedeutsam ist.

Die Kontaktlinsenanpassung und Werteermittlung sollte immer durch einen Augenarzt oder Optiker vor Ort erfolgen. Bei Fragen zu Ihren Kontaktlinsenwerten, steht Ihnen unser Kundenservice gerne zur Verfügung.

Stärke (Dioptrie)

Definition
Die Stärke (Dioptrie) ist die Maßeinheit für die Brechkraft von optischen Linsen. Bei Kurzsichtigkeit wird der Stärke ein Minus (-) vorangestellt, bei Weitsichtigkeit ein Pluszeichen (+).

Wertangabe
Für die Stärke einer Kontaktlinse gibt es mehrere verbreitete Abkürzungen: dpt oder D (für Dioptrie); PWR (für Power), sph (für Sphäre oder sphere) oder F'v. In der Regel ist die Stärke ein Wert zwischen -20.00 und +20.00 Dioptrien.

Basiskurve (BC-Wert)

Definition
Die Basiskurve (BC-Wert) bestimmt die Krümmung einer Kontaktlinse. Manchmal wird die Basiskurve auch als Radius bezeichnet. Ein hoher BC-Wert steht für flach gekrümmte Kontaktlinsen, je niedriger der BC-Wert ist, desto steiler bzw. stärker gekrümmt ist die Kontaktlinse. Eine kleine Basiskurve wird als steil, eine große als flach bezeichnet.

Erläuterung
Die Hornhaut des Auges ist bei Menschen mit kleineren Augen stärker gekrümmt und sie benötigen eine kleinere Basiskurve als Menschen mit großen Augen. Viele Kontaktlinsen werden in mehreren Basiskurven angeboten, damit die Linsen optimal auf die Krümmung und die Größe der Augen abgestimmt werden können. Da sich Kontaktlinsen mit einer zu kleinen Basiskurve stärker am Auge festsaugen, besteht hier die Gefahr, dass sie zu fest sitzen und die Sauerstoffversorgung gefährden. Kontaktlinsen mit einer zu großen Basiskurve hingegen können zu locker sitzen und sich eventuell nicht mehr richtig stabilisieren. Folgen hiervon können ein schlechter Tragekomfort und unter Umständen ein unbefriedigendes Sehergebnis sein.

Wertangabe
Gängige Abkürzungen für die Basiskurve sind BC (englisch = base curve), Radius oder rο. In der Regel ist die Basiskurve ein Wert zwischen 8.3 und 9.0. Bei 3-6-Monatslinsen oder Jahreslinsen kann die Basiskurve auch zwischen 7.4 und 9.5 liegen. Im Bereich der Hartlinsen liegt die Basiskurve in der Regel zwischen 6.0 und 9.0.

Durchmesser (DIA-Wert)

Definition
Der DIA-Wert (englisch = diameter) bezeichnet den Durchmesser einer Kontaktlinse. Der Durchmesser bestimmt die Größe einer Kontaktlinse und wird in Millimetern angegeben. Die meisten weichen Monats-, 14-Tages und Tageslinsen werden nur mit einem Durchmesser (DIA-Wert) hergestellt.

Wertangabe
Der Durchmesser wird meistens mit DIA, DIAM oder øT abgekürzt und ist i.d.R. ein Wert zwischen 13.6 und 14.5. Bei 3-6-Monatslinsen oder Jahreslinsen kann der Durchmesser auch zwischen 13.0 und 15.0 liegen. Im Bereich der Hartlinsen liegt der Durchmesser in der Regel zwischen 8.8 und 11.0.

Zylinder

Definition
Der Zylinder ist ein wichtiger Wert für die Korrektur einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) und muss bei torischen Kontaktlinsen mit angegeben werden. Er beschreibt die Höhe bzw. Stärke einer Hornhautverkrümmung und hat bei Kontaktlinsen ein Minus (-) als Vorzeichen.

Erläuterung
Bei einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) ist die Hornhaut des Auges nicht gleichmäßig gekrümmt und die ins Auge fallenden Lichtstrahlen werden falsch gebrochen. Die Lichtstrahlen werden nicht in einem Punkt auf der Netzhaut abgebildet sondern in einer Brennlinie, so dass ein unscharfes Bild entsteht. Um wieder ein scharfes Bild zu erhalten, gleichen torische Linsen mittels des Zylinderwertes und der Achse den Brechungsfehler aus.

Wertangabe
Für den Zylinderwert einer torischen Kontaktlinse gibt es mehrere verbreitete Abkürzungen: CYL, ZYL oder F'c. Manchmal wird der Zylinderwert auch ohne eine Abkürzung als Kombination mit der Achse angegeben. Die Angabe 0.75 x 180 auf Ihrer Kontaktlinsenverpackung steht dann beispielsweise für einen Zylinderwert von -0,75 mit der Achse 180°. In der Regel ist der Zylinder ein Wert zwischen -0,75 und -2,75. Bei 3-6-Monatslinsen oder Jahreslinsen kann der Zylinder auch zwischen -0,50 und -6,00 liegen.

Achse

Definition
Die Achse ist bei torischen Kontaktlinsen neben dem Zylinder der zweite wichtige Wert für die Korrektur einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus). Der Achsenwert bestimmt die Position der Zylinderwirkung in der Kontaktlinse und wird in Grad (°) angegeben.

Erläuterung
Bei einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) ist die Hornhaut des Auges nicht gleichmäßig gekrümmt und die ins Auge fallenden Lichtstrahlen werden falsch gebrochen. Die Lichtstrahlen werden nicht in einem Punkt auf der Netzhaut abgebildet sondern in einer Brennlinie, so dass ein unscharfes Bild entsteht. Um wieder ein scharfes Bild zu erhalten, gleichen torische Linsen mittels des Zylinderwertes und der Achse den Brechungsfehler aus.

Wertangabe
Gängige Abkürzungen für den Achsenwert sind AX, AXIS, ACH, A oder X. Manchmal wird der Achsenwert auch ohne eine Abkürzung als Kombination mit dem Zylinder angegeben. Die Angabe 0.75 x 180 auf Ihrer Kontaktlinsenverpackung steht dann beispielsweise für einen Achsenwert von 180° mit einem Zylinder von -0,75. Die Achse ist ein Wert zwischen 0° und 180°. Die Werte 0° und 180° sind bedeutungsgleich und werden manchmal anstelle voneinander angegeben.

Addition

Definition
Die Addition ist ein Korrekturwert von multifokalen Kontaktlinsen bei Alterssichtigkeit (Presbyopie). Sie bezeichnet die zusätzliche Stärke, die für ein scharfes Sehen in der Nähe notwendig ist. Die Addition wird immer als Pluswert angegeben.

Erläuterung
Als Alterssichtigkeit wird umgangssprachlich das Phänomen bezeichnet, dass mit dem Alter die Nahanpassungsfähigkeit der Augen mehr und mehr abnimmt und sehr nahe Objekte oft nur verschwommen wahrgenommen werden. Die Addition ist der Nahzusatz einer multifokalen Kontaktlinse. Multifokale Kontaktlinsen haben mehrere optische Zonen mit denen sie die Alterssichtigkeit korrigieren ? i.d.R. eine Zone für die Nahsicht, eine Zwischenzone und eine Zone für die Fernsicht.

Wertangabe
Die Addition wird meistens mit ADD oder AD abgekürzt und ist ein Wert zwischen +0,75 und +4,00. Bei einigen Herstellern wird die Addition statt durch einen exakten Wert in Bereichen angegeben oder durch eine Bereichsangabe ergänzt. So wird die Addition zum Beispiel mit low (LO), medium (MED) oder high (HI) angegeben.

Empfehlung
Da sich multifokale Kontaktlinsen von Hersteller zu Hersteller im Aufbau stark unterscheiden, lässt sich die Addition nicht von einem Linsentyp auf den nächsten einfach übertragen. Insgesamt sollten multifokale Kontaktlinsen nur von einem Optiker oder Augenarzt vor Ort angepasst werden.

Kontaktlinsenmaterialien

Man unterscheidet bei Kontaktlinsen zwischen harten und weichen Kontaktlinsen.

Harte Kontaktlinsen

Harte Kontaktlinsen werden aus formstabilen Kunststoffen gefertigt und schwimmen beweglich auf dem Tränenfilm. In der Regel sind harte Kontaktlinsen Jahreslinsen, die 12 Monate oder sogar länger getragen werden können. Sie sind Sonderanfertigungen und werden auf Basis der bei der Kontaktlinsenanpassung ermittelten Werte individuell hergestellt.

Vorteile harter Kontaktlinsen
  • Ein Vorteil von harten Kontaktlinsen sind die hohe Sauerstoffdurchlässigkeit des Materials und die gute Sauerstoffversorgung der Hornhaut. Da die Linse von Tränenflüssigkeit unterspült wird und durch die geringe Größe der Linse eine viel kleinere Fläche der Hornhaut abgedeckt wird.
  • Außerdem trocknen die Augen nicht so leicht aus, da die harten Kontaktlinsen im Gegensatz zu weichen keine Flüssigkeit aus dem Tränenfilm aufnehmen, um ihre Form zu behalten.
  • Harte Kontaktlinsen sind oft auch für besonders empfindliche Augen geeignet und können eine Vielzahl von Fehlsichtigkeiten korrigieren. Einige Fehlsichtigkeiten, unter anderem komplizierte Brechungsfehler bei einer Hornhautverkrümmung, können durch harte Kontaktlinsen deutlich besser korrigiert werden als durch weiche

Nachteile harter Kontaktlinsen
  • Nachteilig sind die längere Eingewöhnungsphase durch ein starkes Fremdkörpergefühl und der höhere Anschaffungspreis.
  • Da harte (formstabile) Kontaktlinsen deutlich kleiner sind als weiche Linsen und sich nicht am Auge festsaugen, können diese außerdem leichter aus dem Auge herausfallen und verloren gehen.

Weiche Kontaktlinsen

Weiche Kontaktlinsen sind flexibel und passen sich der Form der Hornhaut an. Sie bestehen entweder aus sogenannten Hydrogel-Materialien oder aus moderneren Silikon-Hydrogel-Materialien. Weiche Kontaktlinsen gibt es in einer großen Bandbreite ? egal ob als Tageslinse, Monatslinse, 3-6 Monatslinse oder Jahreslinse.

Vorteile weicher Kontaktlinsen
  • Ein großer Vorteil von weichen Kontaktlinsen ist das angenehme Tragegefühl und der hohe Spontankomfort.
  • Durch die große Bandbreite an verfügbaren weichen Kontaktlinsen können die Linsen flexibel auf die Tragebedürfnisse und Trageanlässe abgestimmt werden.
  • Da sich die Sehstärke gerade in jungen Jahren noch häufig ändern kann, kann mit weichen Kontaktlinsen und ihren i.d.R. kürzeren Tauschrhythmen schneller auf mögliche Sehstärkenänderungen reagiert werden.
  • Bei Tageslinsen ist außerdem ein großer Vorteil, dass keine Pflegemittel benötigt werden und an jedem Tragetag eine neue, frische Linse eingesetzt wird.

Nachteile weicher Kontaktlinsen
  • Weiche Kontaktlinsen sind eher anfällig für Ablagerungen und Verschmutzung.
  • Außerdem führt die Nutzung von klassischen Hydrogel-Materialien zu einer deutlich schlechteren Sauerstoffversorgung der Hornhaut als bei moderneren Silikon-Hydrogel-Materialien oder Hartlinsen.

Hydrogel

Hydrogel-Kontaktlinsen bestehen aus einem hydrophilen Polymer und Wasser. Da das Polymer selbst nicht sauerstoffdurchlässig ist, gelangt nur über Diffusion des in der Kontaktlinse enthaltenen Wassers Sauerstoff an die Hornhaut des Auges. In der Regel ist die Sauerstoffdurchlässigkeit bei Hydrogel-Kontaktlinsen umso höher, je größer der Wasseranteil ist.

Vorteile von Hydrogel-Kontaktlinsen
  • Der hohe Wassergehalt sorgt für einen hohen Spontankomfort, da die Linsen als besonders weich und anschmiegsam empfunden werden.

Nachteile von Hydrogel-Kontaktlinsen
  • Hydrogel-Kontaktlinsen führen zu einer deutlich schlechteren Sauerstoffversorgung der Augen im Vergleich zu harten Linsen oder Linsen aus Silikon-Hydrogel. Bei klassischen Hydrogel-Linsen liegt die Sauerstoffdurchlässigkeit oft nur zwischen 14 bis 30 Dk/t. Im Vergleich dazu ist bei den moderneren Silikon-Hydrogel-Materialien eine deutlich höhere Sauerstoffdurchlässigkeit möglich, die oft deutlich über 100 Dk/t liegt.
  • Außerdem können Hydrogel-Kontaktlinsen oft zu Trockenheitsproblemen der Augen führen, gerade bei Menschen, die generell zu trockenen Augen neigen. Da ein Teil des Wassers aus der Linse verdunstet, benötigt die Kontaktlinse neues Wasser, um ihre Form durch einen gleichbleibenden Wassergehalt zu behalten. Dieses Wasser zieht sich die Linse aus dem Tränenfilm. Daher können gerade bei Menschen mit einer geringen Tränenfilmmenge Linsen mit einem hohen Wassergehalt zu Trockenheitsproblemen führen.

Silikon-Hydrogel

Silikon-Hydrogel-Kontaktlinsen ermöglichen gleichzeitig eine hohe Sauerstoffdurchlässigkeit und einen geringen Feuchtigkeitsverlust. Da Silikon sauerstoffdurchlässig ist, kann bei Silikon-Hydrogel-Kontaktlinsen der Sauerstoff das Material direkt durchdringen und das Auge optimal versorgt werden. Die Sauerstoffversorgung des Auges erfolgt also nicht nur über das in den Kontaktlinsen enthaltene Wasser sondern auch über das hochsauerstoffdurchlässige Material selbst. So lassen Silikonhydrogel-Linsen bis zu sieben Mal mehr Sauerstoff ans Auge als klassische Hydrogel-Materialien.

Vorteile von Silikon-Hydrogel-Kontaktlinsen
  • Im Gegensatz zu klassischen Hydrogel-Materialien mit einer Sauerstoffdurchlässigkeit von 14 bis 30 Dk/t erreichen Silikon-Hydrogele eine Durchlässigkeit von oft deutlich über 100 Dk/t. Die hohe Sauerstoffdurchlässigkeit ermöglicht neben ihrem positiven Beitrag für die Augengesundheit außerdem sehr lange Tragezeiten von 14 Stunden und länger.
  • Einige Silikon-Hydrogel-Kontaktlinsen sind sogar zum Dauertragen für Tag und Nacht zugelassen. Das Über-Nacht- und Dauertragen ist aber nur auf Empfehlung eines Augenarztes oder Optikers und bei regelmäßiger Kontrolle ratsam.
  • Da Silikon-Hydrogel-Linsen einen deutlich geringeren Wassergehalt als klassische Hydrogel-Linsen haben, sind sie auch besonders für trockene Augen geeignet. Die Kontaktlinse versucht ihren durch Verdunstung schwankenden Wassergehalt konstant zu halten, um ihre Form zu behalten. Die dafür benötigte Feuchtigkeit zieht sich die Kontaktlinse aus dem Tränenfilm und die Augen trocknen umso stärker aus, je höher der Wassergehalt der Kontaktlinse ist.

Nachteile von Silikon-Hydrogel-Kontaktlinsen
  • Ein Nachteil des geringeren Wassergehaltes ist, dass Silikon-Hydrogel-Linsen etwas steifer sind als ihre Hydrogel-Verwandten. In der Regel gewöhnen sich die Augen aber schon nach wenigen Tagen an das neue, modernere Material.

Kontaktlinsentypen

Die verschiedenen Kontaktlinsentypen unterscheiden sich nach ihrem Tauschrhythmus, ihrer Korrektionsart oder ihrem kosmetischen Zweck.

Kontaktlinsentypen nach Tauschrhythmus

Monatslinsen

Monatslinsen sind weiche Kontaktlinsen, die in einem monatlichen Tauschrhythmus gewechselt werden. Mit Monatslinsen lassen sich alle gängigen Fehlsichtigkeiten korrigieren.

Monatslinsen sind vor allem für Personen geeignet, die regelmäßig Kontaktlinsen tragen. Da Monatslinsen sehr verbreitet und beliebt sind, gibt es eine riesige Auswahl an Marken, Materialien und Parametern.

Sie sind einfach in der Handhabung und im Vergleich zu Tages- oder Jahreslinsen i.d.R. deutlich günstiger.

Die jeweilige tägliche Tragezeit ist abhängig vom Kontaktlinsenmaterial, den individuellen Gegebenheiten des Auges und der Empfehlung des Augenarztes oder des Optikers. So sind zum Beispiel einige Silikon-Hydrogel-Materialien für Tragedauern bis zu 14 Stunden und mehr geeignet, manche sogar zum Dauertragen.

Eine sorgfältige Pflege und Reinigung der Monatslinsen ist besonders wichtig, damit sich keine Ablagerungen oder Pilze und Keime auf der Linse festsetzen und die Augen gefährden.

14-Tageslinsen / Wochenlinsen

Wochenlinsen sind weiche Kontaktlinsen, die alle 7 oder 14 Tage gewechselt werden. Am verbreitetsten sind zum Beispiel die Acuvue Kontaktlinsen von Johnson & Johnson. Wochen- oder 14-Tageslinsen sind zum Teil etwas dünner als Monatslinsen und besonders angenehm zu tragen. Durch den kürzeren Tauschrhythmus gibt es in i.d.R. weniger Probleme mit Ablagerungen oder nachlassendem Tragekomfort zum Ende der Tragezeit.

Tageslinsen

Tageslinsen sind weiche Kontaktlinsen, die für die Dauer eines Tages getragen werden. Auf Grund des sehr kurzen Tauschrhythmus können Tageslinsen deutlich dünner gefertigt werden als Monatslinsen und sorgen durch die geringe Dicke für einen hohen Tragekomfort. Ein weiterer Vorteil ist, dass keine Pflegemittel benötigt werden, da an jedem Tragetag einfach wieder eine frische Linse eingesetzt wird. Für die Augen sind Einweglinsen außerdem besonders schonend und angenehm, da wenige Ablagerungen auf der Linse entstehen können und man den Tag mit dem frischen Gefühl einer neuen Linse beginnt.

Auch im Tageslinsenbereich gibt es vom klassischen Hydrogel bis zum sehr sauerstoffdurchlässigen Silikon-Hydrogel viele Materialien, Marken und Parameter zur Auswahl. Die gängigsten Fehlsichtigkeiten lassen sich mit Tageslinsen korrigieren wobei der verfügbare Parameterbereich im Vergleich zu Monatslinsen meist deutlich eingeschränkt ist.

Auf Grund des etwas höheren Preises eignen sich Tageslinsen besonders für Personen, die nicht ständig Kontaktlinsen tragen oder höheren Wert auf einen möglichst großen Tragekomfort legen. Beim Sport oder auf Reisen sind Tageslinsen besonders praktisch, da keine Pflegemittel benötigt werden.

3-6-Monatslinsen

3-6-Monatslinsen sind weiche Kontaktlinsen, die meistens für die Dauer von 3 bis 6 Monaten getragen werden. Da diese Kontaktlinsen Sonderanfertigungen sind, können sie noch viel individueller auf die Maße und Bedürfnisse der Augen abgestimmt werden. So steht ein deutlich größerer Parameterbereich als die Standardparameter der Monats- oder Tageslinsen zu Auswahl. Fehlsichtigkeiten können somit noch genauer korrigiert und auch sehr hohe Korrektionsstärken abgedeckt werden.

Da diese Linsen für einen langen Zeitraum von 3-6 Monaten getragen werden, ist eine sorgfältige Pflege und Reinigung besonders wichtig.

Jahreslinsen

Jahreslinsen sind weiche oder harte (formstabile) Kontaktlinsen, die für die Dauer eines Jahres oder länger getragen werden können.

Da diese Kontaktlinsen Sonderanfertigungen sind, die individuell für jeden Kunden angefertigt werden, gibt es ein sehr breites Parameterangebot und auch sehr hohe Dioptriestärken sind möglich. Mit den maßgefertigten Jahreslinsen können die meisten Fehlsichtigkeiten genauestens korrigiert und auch seltenere Brechungsfehler versorgt werden. Insbesondere die harten Jahreslinsen sind besonders geeignet, um kompliziertere Fehlsichtigkeiten zu korrigieren.

Namenhafte Hersteller von Jahreslinsen sind u.a. Wöhlk, Menicon und MPG&E.

Jahreslinsen können nur nach ausführlicher Anpassung durch einen Augenarzt oder Optiker getragen werden.

Gerade durch die lange Nutzungsdauer von bis zu einem Jahr und länger, ist eine sorgfältige Pflege und Reinigung unerlässlich, um dauerhaft hygienische und ablagerungsfreie Linsen zu tragen.

Kontaktlinsentypen nach Art der Korrektion

Standard-Kontaktlinsen

Standard-Kontaktlinsen sind Einstärken-Kontaktlinsen, die entweder eine Kurzsichtigkeit (Myopie) oder eine Weitsichtigkeit (Hyperopie) korrigieren. Bei Kurzsichtigkeit wird die benötigte Stärke mit einem Minus (-) als Vorzeichen angegeben und bei Weitsichtigkeit mit einem Plus (+). Bei diesen Kontaktlinsen reichen in der Regel die Stärke und z.T. die Krümmung als Werte zum Bestellen aus.

Torische Kontaktlinsen

Torische Kontaktlinsen korrigieren eine Hornhautverkrümmung (Astigmatimus). Zur Bestellung ist die Angabe zweier zusätzlicher Werte – Zylinder und Achse notwendig. Der Zylinderwert beschreibt die Höhe bzw. Stärke und die Achse die Position der Hornhautverkrümmung.

Bei einer Hornhautverkrümmung liegt ein Brechungsfehler des Auges vor, der durch eine verschieden stark gekrümmte Hornhaut verursacht wird. Die einfallenden Lichtstrahlen werden nicht als Punkt gebündelt auf der Netzhaut abgebildet sondern als Linie, so dass ein unscharfes Bild entsteht.

In dem die torische Kontaktlinse in unterschiedlichen Bereichen andere Brennwerte aufweist, kann die Hornhautverkrümmung mit Hilfe des Zylinder- und des Achsenwertes ausgeglichen werden.

Für Menschen mit einer zusätzlichen Alterssichtigkeit gibt es sogenannte multifokal-torische Kontaktlinsen, die gleichzeitig eine Hornhautverkrümmung korrigieren sowie scharfe Sicht in der Nähe und der Ferne garantieren.

Multifokale Kontaktlinsen

Multifokale Kontaktlinsen dienen der Korrektion von Alterssichtigkeit (Presbyopie). Zur Bestellung wird als zusätzlicher Wert die Addition benötigt, der sogenannte Nahzusatz.

Mit dem Alter nimmt die Nahanpassungsfähigkeit der Augen mehr und mehr ab ? sehr nahe Objekte werden nur noch verschwommen wahrgenommen. Dieses Phänomen wird umgangssprachlich auch als Alterssichtigkeit bezeichnet.

Multifokale Kontaktlinsen korrigieren ähnlich einer Gleitsichtbrille gleichzeitig die Sehstärke im Nah-und Fernbereich. Diese Mehrstärkenkontaktlinsen haben unterschiedliche optische Zonen, meist eine Zone für die Nähe, eine Zwischenzone und eine Zone für die Ferne. So ist es möglich, dass mit einer Linse eine altersbedingte Weitsichtigkeit gleichzeitig mit einer Kurzsichtigkeit oder einer generellen Weitsichtigkeit ausgeglichen werden kann.

Da die Anpassung von multifokalen Kontaktlinsen mit ihren mehreren optischen Zonen hoch komplex ist, kann diese nur beim Augenarzt oder Optiker erfolgen.

Für Menschen mit einer zusätzlichen Hornhautverkrümmung gibt es sogenannte multifokal-torische Kontaktlinsen, die scharfe Sicht in der Nähe und der Ferne garantieren und gleichzeitig eine Hornhautverkrümmung korrigieren.

Farbige Kontaktlinsen

Farbige Kontaktlinsen allgemein

Farblinsen lassen sich nach der Art der Farbwirkung in farbverändernde und farbverstärkende Kontaktlinsen unterscheiden. Sie werden zu kosmetischen Zwecken oder für bestimmte Anlässe wie Karneval, Halloween etc. genutzt.

Die meisten Farblinsen gibt es im Bereich der Monatslinsen. Je nach Hersteller und Marke unterscheiden sich die Farbaufdrucke der Kontaktlinsen zwischen einfarbigen, zweifarbigen und dreifarbigen Aufdrucken. Manche Farblinsen haben zusätzlich einen äußeren schwarzen Irisring zur Betonung des Auges, andere wiederum einen zusätzlichen inneren Irisring, um den Augen mehr Intensität zu verleihen.

Farbverändernde Kontaktlinsen

Farbverändernde Kontaktlinsen eignen sich selbst bei dunklen Augen, um die Augenfarbe stark zu verändern. Ein farbiger aufgedruckter Ring verdeckt die natürliche Irisfarbe und ermöglicht so optisch eine neue Augenfarbe. In der Mitte, im Bereich der Pupille, sind die farbverändernden Linsen jedoch nicht bedruckt, um eine uneingeschränkte Sicht zu garantieren.

Farbverstärkende Kontaktlinsen

Farbverstärkende Kontaktlinsen intensivieren und akzentuieren die natürliche Augenfarbe. Sie sind am besten für Menschen mit hellen Augen geeignet und bieten bei dunklen Augen oft keine merkliche Veränderung der Augenfarbe. Das Kontaktlinsenmaterial ist für die farbverstärkende Wirkung entweder leicht getönt oder die Linse hat nur einen dezenten Aufdruck. Da die natürliche Augenfarbe durchscheint, unterscheiden sich diese Linsen je nach natürlicher Augenfarbe stark in ihrer Wirkung.

Kontaktlinsenanpassung

Kontaktlinsen sollten nur nach einer individuellen Anpassung durch einen Augenarzt oder Optiker getragen werden. Im Sinne Ihrer Augengesundheit ist es besonders wichtig, dass Ihre Kontaktlinsen optimal auf die Geometrie und Bedürfnisse Ihrer Augen abgestimmt sind.

Während der Kontaktlinsenanpassung werden die Augen untersucht, die benötigte Korrektionsstärke ermittelt, die Hornhaut vermessen und die Beschaffenheit des Tränenfilms analysiert. Unter Berücksichtigung Ihrer individuellen Anforderungen und Wünsche an die zukünftigen Kontaktlinsen wählt der Anpasser nun Probekontaktlinsen aus, die von der Geometrie und dem Material optimal auf Ihre Augen abgestimmt sind.

Nach dem ersten Probetragen erfolgt dann eine erneute Untersuchung bei der u.a. das Sitzverhalten, die Zentrierung sowie die Beweglichkeit der Kontaktlinse geprüft werden. Außerdem werden der Tränenfilm und die Benetzung der Kontaktlinse untersucht, um eine optimale Sauerstoffversorgung der Hornhaut zu gewährleisten. Gegebenenfalls wird dann je nach Untersuchungsergebnis und individuellem Trageempfinden eine weitere Kontaktlinse mit einer anderen Geometrie oder anderem Material ausprobiert.

Im Interesse Ihrer Augengesundheit ist es wichtig, mindestens 1 x jährlich zum Optiker oder Augenarzt zur Nachkontrolle zu gehen. Ihre Kontaktlinsen werden dann vor Ort u.a. auf ihren Sitz und ihre Verträglichkeit geprüft und bei Optimierungsbedarf ggf. die Parameter- und Materialwahl angepasst.

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